GREENPEACE ACTION FOR SAVING BAIKAL LAKE 22 Dec 96 Overview: Write a postcard to prime minister V.Tchernomyrdin and Irkutsk governor A.Nozhikov asking to save Baikal Lake from pollution. In German. Greenpeace-Aktion zur Rettung des Baikalsees von Erdmuthe Arnold - Seit dem Umbruch in Rußland kämpfen Bürgerinitiativen um ihren Baikalsee, in den - wie in früheren Rundbriefen bereits ausführlich berichtet - große Mengen Abwässer, so auch Dioxine und Phenol, eingeleitet werden. Diese Gifte werden kaum abgebaut, breiten sich immer weiter aus, gelangen in die Nahrungskette und wurden in hohen Konzentrationen im Fett der Robben nachgewiesen. In Proben von Muttermilch wurden Chlorverbindungen festgestellt, die fünf bis zwölfmal höher lagen als in westlichen Ländern erlaubt. Selbst auf Satellitenfotos kann man inzwischen erkennen, daß sich ein Drittel des Sees deutlich verfärbt hat. Ein Übeltäter ersten Ranges ist das Zellulosewerk BP&PM, das vor rund 30 Jahren mitten in die Landschaft an das Ufer des Baikalsees gesetzt wurde. Allein aus diesem Werk, das Zellulose mit der veralteten Chlorbleiche herstellt, gelangen täglich 210.000 Kubikmeter Abwasser in den See. Zwar erließ die Moskauer Regierung 1992 ein Baikal Schutzgesetz, das die Einleitung der giftigen Abwässer der Zellulosefabrik unter Strafe stellte. Doch werden Strafen weder gezahlt noch vom Staat eingetrieben, wie Greenpeace schreibt. Die Fabrik wäre dann auch sofort pleite. Die Umweltschützer fordern auch nicht die Schließung der Fabrik, sondern einen Umbau ohne Zelluloseproduktion. Im Gespräch ist eine Abfüllanlage für das in Rußland sehr beliebte Baikal-Mineralwasser. Auch auf Regierungsebene soll inzwischen über einen Naturpark Baikalsee und eine Konversion der Zellulosefabrik nachgedacht werden. So soll der amerikanische Vizepräsident Al Gore Anfang 1996 anläßlich seines Besuchs in Rußland dem Ministerpräsidenten Tschernomydin 300.000 Dollar in Aussicht gestellt haben. Greenpeace forderte in Rußland endlich zum Handeln auf, und macht jetzt auch in der internationalen Öffentlichkeit Druck. Sie bittet möglichst viele Menschen, an Tschernomyrdin und an den Gouverneur von Irkutsk zu schreiben. Dazu wurden zwei Postkarten vorbereitet, die bei Greenpeace angefordert werden können. Vielleicht bedarf es aber gar nicht dieser Vorlagen und Sie schreiben selbst an: Mr. V.S. Chernomyrdin, Chairmann of The Government of the RF, Krasnopresnenskaya nab. 2, Moscow, 103274 Russia, und an Mr. Yu. A. Nozhikov, Governor of the Irkutsk District, Lenin St. 1a, Irkutsk, 664027 Russia. Fordern Sie die Rettung des Baikalsees, die Einrichtung eines Naturparks und die Konversion der Zellulosefabrik. Es geht um den Erhalt des größten Süßwasserreservoirs und einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt - mit 2000 Arten, die zu 70 Prozent auschließlich am Baikalsee vorkommen. Greenpeace e.V., 22745 Hamburg, Große Elbstraße 39, Telefon 040/306-0, Fax /30618-100 -- Source: USENET From A.HORN@AMAZONAS.comlink.apc.org (Axel Horn) Date 21 Dec 96 14:49:00 +0100 Newsgroups cl.gruppen.bund