WWW Irkutsk Newsletter 5 Sep 1996 GREENPEACE: PULP PLANT POISONS BAIKAL LAKE Overview: Greenpeace protests against the poisoning of the Baikal Lake. Pulp plant should change its production. In German. PE 28.8.: Zellulosewerk vergiftet Baikalsee Presseerklärung 28. 8. 1996 Greenpeace protestiert gegen die Vergiftung des Baikalsees Zellulosewerk soll Produktion umstellen Hamburg/Irkutsk, 28.8.96: Greenpeace-Aktivisten protestieren seit Mittwochmorgen gegen das Zellulose- und Papierwerk BP&PM am Bai- kalsee in Sibirien, das den größten See der Welt seit dreißig Jah- ren mit giftigen Abwässern belastet. Elf Aktivisten aus Russland, Deutschland, Österreich, Dänemark, Holland und England kletterten auf die beiden achtzig Meter hohen Schornsteine, um ein Transpa- rent mit der Aufschrift "Rettet Baikal" in englischer und russi- scher Sprache zu spannen. Greenpeace-Mitarbeiter Kai Britt: "Die Einleitung der Abwässer muß endlich gestoppt werden. Wir können nicht zulassen, daß dieser See, der ein Fünftel der weltweiten Trinkwasserreserven enthält, zur Kloake verkommt." Die Abwässer des Zellulose- und Papierwerks BP&PM (Baikalsk Pulp & Paper Mill) haben den südlichen Teil des 636 Kilometer langen und 19 bis 80 km breiten Baikalsees nach Ansicht von Forschern be- reits erheblich geschädigt. Täglich werden 440 Tonnen Zellulose produziert und 210.000 Kubikmeter Abwasser in den See geleitet. Das entspricht der Ladung von 10.000 Tanklastwagen. Der See wird auf einer Fläche von etwa 250 Quadratkilometern verunreinigt, u.a. mit Dioxinen und organischen Chlorverbindungen. In den vergangen Jahren wurden zwar Beschlüsse gefasst, die Produktion umzustellen, doch Eigentümerwechsel und das Desinteresse der Behörden verhin- derten bisher eine Umsetzung. Der Baikalsee, im Süden Sibiriens and der russisch-mongolischen Grenze gelegen, ist nicht nur der größte, sondern mit 1620 Metern auch der tiefste Süßwassersee der Welt. Er enthält zwanzig Prozent der weltweiten Süßwasserreserven und könnte die gesamte Menschheit fünfzig Jahre lang mit sauberem Wasser versorgen. Von den mehr als 2.000 Tier- und Pflanzenarten, die im Wasser und an den Uferzonen leben, kommen rund 1.500 ausschließlich dort vor. Die UNESCO plant, den Baikalsee in die Liste des Weltnaturerbes aufzunehmen. Kai Britt: "Wenn wir dieses Naturwunder erhalten wollen, dann muß jetzt entschieden werden." Rückfragen bitte an mail@greenpeace.de